Vor ein paar Tagen bin ich auf TED.com wieder einmal auf eine unheimlich interessante Persönlichkeit getroffen: Pranav Mistry. Mich beeindruckt nicht nur seine Technologie SixthSense, die er in seinem Vortrag vorstellt, sondern auch seine Idee dahinter, den Menschen durch diese Technik von Maschinen entfernen zu können.
Es ist beeindruckend, dass jemand, der solch eine geniale Idee besitzt, diese dann auch noch als Open-Source deklariert und jedem uneingeschränkt zur Verfügung stellt. Da steckt nicht nur Innovation dahinter, sondern auch eine wundervolle ethische Einstellung. Von dieser Einstellung sollten sich viele Entwickler eine große Scheibe abschneiden.
Es ist nicht zu fassen. Gerade komme ich von der besetzten Universität Wien und bin einfach überwältigt über das, was dort organisiert wurde. Anfangs habe ich das Geschehen, trotz der Tatsache, dass ich hier studiere, nur von Weitem mitbekommen. “Das Audimax wurde besetzt”, hieß es immer wieder. “Wir besetzen es sogar noch bis morgen!”, “Holt eure Schlafsäcke, wir bleiben hier!”, war dann zu hören. Und mittlerweile ist seitdem eine Woche vergangen. Es ist nicht nur das Audimax besetzt, sondern mittlerweile der HS C1 auf dem Campus und nach letzten Informationen auch das Juridicum. Ganz zu schweigen von der Demonstration heute Nachmittag.
Das schönste: Die Uni wird nicht nur besetzt, sondern es wird Vorort diskutiert, es werden Arbeitsgruppen gebildet, es wird organisiert. Es ist einfach unbeschreiblich, welche Strukur in all dem Chaos zu finden ist. Selbstverständlich, Wände sind beschmiert, Böden sind verdreckt, verklebt, Bierdosen und Betrunkene nur einige der wenigen Souvenirs, die dort zu finden sind, aber blickt man hinter diesen ersten Eindruck, bemerkt man die kleinen Details, lassen sich Räume finden, die zu Erste-Hilfe-Stationen umgebaut wurden, Freiwillige kochen in riesigen Töpfen Nudeln mit Tomatensauce und verteilen diese an andere Studenten, die vielleicht schon mehrere Tage die Uni nicht verlassen haben. Jede paar Meter findet man immer wieder Pläne des Gebäudes, in denen der aktuelle Standort und mögliche Fluchtwege eingezeichnet sind, Freiwillige bringen immer wieder neue Lebensmittel und versorgen andere Freiwillige, die ihrerseits wieder mit Projekten beschäftigt sind, um die Bewegung aufrecht erhalten zu können.
Niemand weiß, wer hinter alledem steckt, niemand weiß, wie das alles finanziert und organisiert wird. Ich bin beeindruckt. Ich bin einfach beeindruckt, wenn ich Reden höre und dabei eine Studentin neben der Sprecherin sehe, die die aktuelle Rede noch einem in Gebärdensprache übersetzt. Es soll niemand ausgeschlossen werden und es wird niemand ausgeschlossen — einfach phänomenal.
Alle Informationen über das Geschehen und aktuelle Berichte sowie einen Terminkalender über die Veranstaltungen der kommenden Tage finden sich auf unsereuni.at und in den dort verlinkten Gruppen auf Facebook, Twitter & Co.
Chimamanda Ngozi Adichie kommt aus Nigeria und ist Schriftstellerin. In ihrem Vortrag zeigt sie, wie schnell wir uns nicht nur von den Perspektiven anderer beeinflussen lassen, sondern diese Perspektiven auch zu unseren eigenen werden lassen, obwohl wir uns vorher nicht selbst ein Bild von der Situation gemacht haben.
Dieser Vortrag präsentiert nicht nur eine ganz andere Seite Afrikas, eine Seite, die nicht all zu oft betrachtet wird, sondern stellt auch eine bemerkenswerte Frau vor, deren Werke ich mir in naher Zukunft genauer anschauen werde.
Soeben habe ich mich einmal wieder auf meine Streifzüge durch die Welt von TED.com begeben. Zu meinem Erstaunen, denn so viel hätte ich anhand dieser Überschrift nicht erwartet, habe ich den meiner Meinung nach besten Video-Beitrag (von denjenigen, die ich mir angeschaut habe) entdeckt.
Bedanken möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal bei Hans Rosling für explizit folgenden Satz:
The problem that I had is, that the worldview that my students had, correspond to the reality in the world the year their teachers were born.
Nicht nur ein wunderschöner Satzbau, sondern auch ein bemerkenswerter Inhalt.
Als Mängel-Exemplar gekauft, doch eines der Bücher mit den wenigstens Mängeln, die ich gelesen habe. Geschrieben aus der Sicht eines kleinen Jungen, beschreibt es dessen Gefühlswelt nicht nur während der Trennung seiner Eltern und seiner Einstellung gegenüber der Tatsache, dass ihm sein Vater somit im ersten Moment ferner erscheint. Sehr schön ist hier der Bezug zu den Kindern der Massai, dessen Väter kommen, gehen und unbestimmt zu sein scheinen.
Eine Geschichte, die Mut mach, das übliche Familienmodell einmal anders zu denken.
Vermittelt mir der Klappentext meiner Fischer-Ausgabe. So ist es. Diese kleine Geschichte konnte mir einen Nachmittag versüßen.
Von Hollywood erwarte ich eigentlich nie all zu viel. Dementsprechend war ich auch ein wenig pessimistisch gewesen als ich zum ersten Mal den Trailer des neuen Filmes Beim Leben meiner Schwester zu Gesicht bekam. Eine Literatur–Verfilmung ist der neue Streifen; das passende Buch hatte ich allerdings noch nicht gelesen als ich dann auf einmal im Kino saß. Und von allen Seiten hörte ich eine junge Mädchenstimme, die mir ihre Geschichte erzählte. Eine interessante Geschichte, wie sich herausstellte; eine Lebensgeschichte, die ich in dieser Form noch nicht kannte.
Aber nicht nur die junge Stimme erzählte, eine ganze Familie erzählte. Eine Geschichte. Und diese Art und Weise der Erzählung gefiel mir, denn sie zeigte, dass — obwohl aus verschiedensten Sichtweisen erzählt — das Thema dennoch immer wieder ein und dasselbe war, dass es sich doch immer wieder nur um eine Person drehte; aber nicht um die junge Mädchenstimmte des Anfangs. Beim Leben meiner Schwester skizziert das Leben einer Familie, die mit dem Schicksal eines Mitgliedes zu kämpfen hat, dessen Krebserkrankung. Und sie hat mit der Entscheidung der Mutter zu kämpfen, ihr Kind niemals dem Tod zu überlassen. Keine schöne Geschichte, eine tiefgründige Geschichte, die nicht nur Leben, Tod und Krebs thematisiert, sondern auch die Gebrechlichkeit der Gesellschaft im Allgemeinen.
Und so war ich nicht enttäuscht vom Streifen, den eineinhalb Stunden, die ich im Kino saß. Denn — trotz Hollywood, welchem ich wirklich sehr kritisch gegenüberstehe — konnte ich mir wirklich einen sehr gelungenen Film anschauen.